Die Reise nach Transilwahnien

Vor über hundert Jahren starteten die Frauen einen Angriff auf das Herrenrecht Hose. Frauen kämpften sich aus unpraktischen und teilweise lebensgefährlichen Röcken. Der Rock war ein fast unüberwindliches Hemmnis gegen die großen und kleinen Abenteuer des Lebens. Es klettert sich weder gut auf Bäume noch auf Pferde mit einem Rockungetüm. Es schleppt sich umständlich, verheddert sich und erfordert ständige Achtsamkeit. Und der Mini macht es nicht wirklich besser, wenn Frau permanent darauf achten muss, dass Mann ihr nicht in den Schritt glotzt.

Aber zurück zu den hundert Jahren. Das ist ja eine reichlich lange Zeit.

Am 14. Oktober 1970, also so ca. fünfzig Jahre nach dem vorsichtigen und mit vielerlei Empörung betrachteten Start, wagte es Lenelotte von Bothmer von der SPD, im Bundestag mit Hosen anzutreten. Ein Wesen der niederen Klasse maßte es sich an die Herrschaftsinsignien zu tragen. Die Reaktion war entsprechend heftig und zeigt die verbissene Machtgeilheit eines Herrschersystems, das bis heute seine Stellung verteidigt. Empörung und Häme von allen Seiten, auch von den Genossen. Aber aufhalten konnte die Frauen trotzdem niemand mehr. Die Frauen schafften sich Hosennormalität. Jahr für Jahr.

Aber, wo sind sie, die Herren, die Röcke tragen?

Wir sind wieder bei den hundert Jahren. Eine verdammt lange Zeit.

Weit und breit nichts zu sehen. Im Sommer in brütender Hitze kein Abgeordneter im kurzen luftigen Röckchen, keine Wallerock, unter dem das Gehänge fröhlich baumeln könnte. Nichts! Nada! Nixus! Zugegeben, es gibt nicht so viel zu gewinnen. Auch wenn einige Herren Abgeordnete heimlich Zuhause das Röckchen überlüpfen und zarten Schrittes zur Konfitüre trippeln, wissen sie, dass da kein Ruhm und Ehre ihrer harrt, wenn sie sich den herrschaftlichen Konventionen entziehen und ihren Stand verraten, indem Sie den Bundestag luftigen Schrittes durchpflügen. Die Herrschaftsfront steht felsenfest. Und da sind sich auch Islamisten und Linke einig, die Macht klebt immer auch an den Insignien der Macht. Was ist schon der König ohne Krone, der Papst ohne Hut und der Herr ohne Hose.

Ja, ja, ja, manche Herrschafts-Gruppierungen tragen auch Röcke. Aber eben andere als Frauen und dann sorgen sie auch noch dafür, dass Frauen einen Sack über den Kopf ziehen müssen, um ihrer niederen Stellung gemäß markiert zu sein.

Also wieder zurück zu den hundert Jahren in denen es Männer nicht geschafft haben ihr Herrschaftsdenken abzulegen. Es gibt ein sehr einfaches Indiz dafür. Die Mimese ist das Mittel der „niederen“ Klasse die „höhenwertige“ zu imitieren, um sich dazugehörig zu fühlen. Dies ist eine Eigenheit, die sich durch alle Kulturen und Klassen zieht. Frauen erobern sich mühsam die Machtinsignien der Männer. Männer betreiben keine Mimese, um zum Club der Frauen dazu zu gehören. Nein! Tun sie nicht! Sie wollen nicht dazu gehören. Wer will schon absteigen.

Radau, Tumult, große Empörung …

Dazu kommen wir noch.

Also noch einmal. Männer betreiben nicht diese Art von Mimese. Und nicht nur das. Sie kämpfen auch mit allen Mitteln dafür, dass ihre Geschlechtsgenossen dies nicht tun. Zu Recht. Denn Macht lässt sich nur aufrechterhalten, wenn die Übereinkunft zu den Herrschaftsinsignien zementiert bleibt. Dabei können Herrschaftsinsignien sich auch in Vermeidung ausdrücken. Dem Vermeiden des Windelwechselns z.B.. Für den Machtanspruch der Herrschenden ist es. bedeutend, dass die Herrschenden nicht die Tätigkeiten der niederen Klasse ausüben. Und wenn, dann nur unsichtbar im heimischen Keller.

Es gibt einen guten Grund für Frauen sich männliche Herrschaftsinsignien anzueignen. Es macht sie freier. Frauen erkämpfen sich seit Jahrhunderten diese Freiheit, ohne zu Männern zur werden. Sie sind Frauen mit Hosen, zigarrenrauchend, turnschuhetragend, radelnd und bergsteigend.

Männer gewinnen nichts, wenn sie die Mimese zur Frau vollziehen. Deswegen tun sie es auch nicht. Sie suchen lediglich eine Eigenheit, die den Frauen als Ersatz für die Teilhabe an einer gleichberechtigten Macht zugestanden wird.

Das Begehrt-werden

Meine liebe Kleine Du hast ein kleineres Hirn, bist unfähig zu logischem Denken, aber das Kleidchen macht die hinreißend.

Es ist die Währung, in der willige Weibchen bezahlt werden. Und es gibt kaum eine größere Strafe als das Begehren zu entziehen. Bleibt ja auch bei vielen Frauen, die ihr Leben ausschließlich auf diese Währung ausgerichtet haben, nicht viel übrig, wenn das wegfällt.

Die Männer aus der aktuellen Trans-Bubble, die das Frau-sein imitieren, wollen keine Frauen sein, auch wenn sie die Welt damit tyrannisieren, dass eine fundierte Wissenschaft wie die Biologie sich ihren Bedürfnissen unterzuordnen hat. Sie beanspruchen das Frausein als biologische Tatsache und als Machtinstrument. Sie wollen weder die Geschichte des Widerstands mit erben noch den Kampf um Gleichberechtigung. Sie wollen das Begehrt-werden on Top, ohne ihre sonstigen patriarchalen Attitüden aufzugeben. Sie haben nichts gemein mit den Transmenschen früherer Zeiten, die ihre weiche Seite, die sie mit der Rolle „Frau-sein“ verbinden, leben wollten. Also das, was sie mit den für sie positiven Aspekten dieser Rolle verband. Sie behaupteten nicht eine biologische Frau zu sein. Sie vertraten ihre eigenen Interessen und maßt sich nicht an Frauen zu definieren.

Die aktuelle Trans-Bubble dagegen ist anmaßend. Mutig und gesellschaftsverändernd wäre es, als Mann sichtbar auf die Herrschaftsinsignien zu verzichten und Normalität für alle Formen des Ausdrucks zu erkämpfen. Als Mann! Aber mit wem? Unterstützung von der Altherrenriege gibt es dafür nicht. Die Altmacker wollen diese Art Männer los werden. Darum haben wir auch so eine vorauseilende Unterstützung der Böcke für Geschlechtsumdeklaration. Unisono sind sie sich einging, dass sie diese Art „Mann“ so schnell wie möglich aus ihrer Mitte katapultieren wollen. Männer müssen echte Männer bleiben.

Männer haben es in all den Jahren nicht geschafft den Jungs unter ihnen, die blumiger sein wollen, einen sicheren Platz in ihren Räumen zu schaffen. Sie lassen es zu, dass diese in Männerräumen verprügelt, vergewaltigt, gemobbt und ausgeschlossen werden. Und statt das zu ändern, drücken sie sich um wesentlich gesellschaftliche Veränderungen und schicken die Jungs, die sie loswerden wollen lieber zu den Frauen. Machen wir doch mal die Gegenprobe. Wo sind all die Transjungs, die in Männerräume drängen? Wo sind die Eltern, die sich vehement dafür einsetzen, dass ihre Tochter, die jetzt Martin heißt, in die Männer-Umkleideräume gehen darf? Oder die Transmänner, die im Frauensport erste Plätze belegt haben und jetzt in den Männersport drängen, um sich dort auf Platz 285 zu tummeln? Wo sind die kriminellen Transmänner, die sich um ein lauschiges Plätzchen im Männergefängnis bemühen?

Die Vielfalt bei Frauen ist fast unbegrenzt. Es gibt die zarte Elfige, die robuste Mutige, die witzig Raue, die blökende Sanfte…. Die Verteilung mag nicht ausgewogen sein, aber diese Frauen sind sichtbar und sie sind Frauen. Sie tragen Hosen und kurze Haare, weil es praktisch ist. Sie tragen lange Haare, weil sie sich damit schön fühlen. Sie trainieren sich Muskeln an, weil sie stark sein wollen. So war das jedenfalls bisher. Jetzt erklärt eine sektrierische Bubble ihnen, dass sie, um kraftvoll, mutig und cool zu sein ein Mann sein müssen.

Männer, die für sich das Begehrt-werden einfordern schaffen selten „Normalität“. Sie gestalten sich häufig zur überzogenen Karikatur und zum puren Klischee altbackener Vorstellungen von Weiblichkeit. Dabei steht für die scharf beäugende Herrenschar immer ein: „Schaut her, ich bedrohe eure Männlichkeit nicht, ihr seht ja, ich meine das nicht ernst. Ich bin eine Weiberwitzfigur ohne Frauen aufzuwerten.“ im Raum. Die neuen Männer der Transbewegung sind meist jung mit der Geisteshaltung der ewiggestrigen. Ihnen geht es um Macht, um Deutungshoheit über Frauen. Ihrem Machttünkel zuzuhören erinnert an die alten Böcke der 20er Jahre.

Die Sache mit der Biologie

Wenn wir mal den gesamten Plunder außen vor lassen, dann kommen Frauen und Männer nackt auf die Welt. Bei beiden wachsen die Haare. Beide werden moppelig, wenn man sie überfüttert. Beide werden sportlich, wenn man sie trainiert. Beide mögen glitzernde funkelnde Dinge, weil jeder Mensch, der noch nicht von Statusdenken deformiert ist, glitzernde funkelnde Dinge mag. Beide mögen vielleicht eher Rot und Rosa als Blau, weil die Natur die essbaren Sachen eher rot macht als blau. Es gibt keine Fabrikationshalle, in der weibliche Seelen in weibliche Körper und männliche Seelen in männliche Körper gestopft werden und wo es ab und zu zu Verwechslungen kommt.

Gibt es nicht!

Es gibt Menschen mit XX-Chromosomen und welche mit XY-Chromosomen. Und weil es keine Konfektionierungsabteilung gibt, gibt es auch keine falschen Körper. Wir kommen in einem Körper auf die Welt und der ist unser. Es gibt keine weibliche oder männliche Seelen oder weibliche oder männliche Psyche die via Konfiguration zugesteuert wird. Das was wir sind, ist das was wir sind. Es gibt allerdings

Anspruchsdenken und

Wunschdenken und

Narzissmus und

Sozialisation.

Es gibt eine anerzogene Unart zu glauben, man habe auf alles ein Anrecht, was man will.

Eine Schnecke kommt als Schnecke auf die Welt und hat keine schneckiches „Gefühl“. Sie fühlt sich nicht als Schnecke und käme noch weniger auf die Idee zu behaupten sie wäre ein Löwe im falschen Körper. Ein männliches und weibliches Baby fühlen sich nicht männlich oder weiblich. Sie fühlen Hunger, Durst, Angst, Geborgenheit…. Sich männlich oder weiblich zu „fühlen“ ist kein Gefühl sondern eine gesellschaftliche Deklaration. Ohne Sozialisation kämen Jungen-Baby und Mädchen-Baby auch nach fünfzig Jahre auf der Welt nicht auf die Idee so etwas Unsinniges zu behaupten wie sie würden sich männlich oder weiblich fühlen. Es gibt kein Geburtsgeschlechtsgefühl. Gibt es nicht. Wird zwar oft behauptet, ist aber wie die Homöopathie purer Unsinn.

Das, was wir haben, sind Bedürfnisse und Wünsche. Dann, wenn Rollendefinitionen an das Geschlecht angenagelt sind, reicht die Palette der angeblichen geschlechtsspezifischen Möglichkeiten nicht aus, um glücklich zu werden. Da hilft nur eins, die Rollendefinitionen aufzubrechen.

Transgender stellt festgefahrene Rollenmodelle nicht infrage sondern zementiert sie.

Und als kleiner Einschub. Ein XXX Chromosomensatz verändern nicht das Geschlecht.

Jedem seine Box

Es gab einmal eine Zeit, in der mutige Menschen sich ihre Rolle wählten, auch wenn dies ein vorgeschriebenes Geschlechterkonstrukt zerbrochen hat. Es ging darum sich von den vorgegebenen Zuschreibungen zu lösen und frei das zu leben, was das Leben „richtig“ macht. Raus aus der Box. Sich zu kleiden, wie man will, zu lieben wen man will, stark, schwach, laut, leise, introvertiert oder extrovertiert zu sein wie man will. Das alles ist ohne jegliche körperliche Geschlechtsanpassung möglich. Es ist nicht immer einfach, aber es ist möglich.

Wir hatten Frauen, die sich die Welt erobert haben. Und auch, wenn anfangs die Lesben mit den kurzen Haaren in Frauenräumen etwas vorsichtig beäugt und auch teilweise diffamiert wurden, hat sich doch über die Zeit die Solidarität der Frauen für Unterdrückte, durchgesetzt. Gemeinsam gegen das Patriarchat. Männer, die ihrer Rolle entkommen wollten hatten diesen einen Punkt nicht. Keine Solidarität und keine Zustimmung von Seiten der Herrschaften. Was lag da näher als bei Frauen Zuflucht und Unterstützung zu suchen. Ein verständlicher Wunsch, da Frauen sich immer am lautesten äußern, wenn es gegen das Unrecht gegen andere anzutreten gilt. Auch das Wahlrecht für Schwarze wurde mit Unterstützung der Frauenorganisationen durchgesetzt. Natürlich nur für schwarze Männer. Denn die waren, bei allen Unstimmigkeiten, mit den weißen Herren darüber einig, dass das Weib schwachsinnig und zur Politik ungeeignet war.

Der Hass auf die Frauen

Trans-Menschen haben also Zuflucht bei den Frauen gesucht. Nicht selten mit dem Anspruch, dass Frauen alles stehen und liegen lassen, um die eigene Agenda zugunsten der bedeutenden Probleme von Trans-Menschen beiseite zu legen. Es mag nicht völlig verwundern, dass dies vor allem männlich geborene und sozialisierte Trans-Menschen waren. Es sind aber völlig entgegengesetzte Ziele, die diese Gruppierungen verfolgen. Frauen kämpfen darum, dass Menschen unabhängig vom Geschlecht ihren individuellen Ausdruck leben können. Die Betonung liegt auf „unabhängig vom Geschlecht“. Die neuen Trans-Menschen kämpfen genau für das Gegenteil. Für jede Ausdrucksform soll es eine Box geben. Und diese Box soll auch immer genannt werden. Und jederzeit selbst definiert werden.

Wer im Netz die tausenden Kommentare dieser neuen Transfrauen über Frauen liest, die sich nicht ihre Sicht zu eigen machen, kann vor allem ein typisch männliches Gebaren ausmachen: Den Hass auf Frauen. Beschimpfungen und sexistische Herabsetzungen geben die Richtung vor. Narzistische Verletztheit in einem Konglomerat aus Mord- und Selbstmorddrohungen. Wie gesagt, es geht bei diesen Transfrauen nicht darum Frau zu sein. Es geht darum Macht der patriarchalen Herkunft mit der Anerkennung als begehrte Frauen zu verbinden.

Verpasst

Schon vor hunderten Jahren hätten wir damit beginnen sollen geschlechtszugeordnete Attribute vom Geschlecht abzukoppeln. Es ist nachhaltig gruselig, wenn eine ansonsten vernünftige Frau Kanzlerin Merkel klug bespricht und dann zum Schluss alles mit dem Hintern wieder einreißt, indem sie anfügt, dass sich Angela Merkel auch trotz verantwortungsvollem Job durchaus etwas weiblicher darstellen könnte. Sollen wir vielleicht für die weiblichen Regierungsmitglieder eine Lapdance-Stange in den Plenarsaal stellen, damit diese hin und wieder ihre Weiblichkeit zertifizieren lassen können?

Egal wie feministisch sich die Menschen geben, immer wieder landen alle bei dem Bedürfnis, Frauen in die alte Ecke zu stellen. Meine Tante hatte einen formidablen schwarzen Oberlippenbart. Das ist vollkommen normal und nicht unüblich, aber es gibt kaum ein größeres und besser gehütetes Geheimnis. Auch unter Feministinnen. Optische Attraktivität ist das Pfund, mit dem auch eingefleischte Feministinnen handeln und an dem Transfrauen interessiert sind. Und optische Attraktivität ist immer noch verknüpft mit Rollenstereotypen. Wen wundert´s, wenn alle Fernsehsender mit Abscheu Achselbehaarung oder unrasierte Beine bei Frauen kommentieren.

Wer hören will, was ein „richtiger“ Mann auf keinem Fall tragen darf, um bei Frauen anerkannt zu werden, muss nur einen Rockträger anführen. Also ein „normaler“ Mann, der einfach so morgens zur Arbeit geht und nicht etwa Conchita Wurst. Die Kunstfigur wird mit romantischer Verklärtheit bewundert, aber Zuhause wollen die „richtigen“ Frauen dann doch lieber kein „Weichei“ haben, das mit Kostümchen zur Arbeit stöckelt.

Aber genau solche „Kerle“ brauchen wir. Die ganz „normalen“, die einfach nur ihren Ausdruck leben wollen. Wir brauchen die bärtigen Frauen, die es wuchern lassen. Wir brauchen nicht die NarzistInnen, die von früh bis spät nur noch über ihre Ausdrucksmöglichkeiten sinnieren und Skulpturen aus sich formen. Wir brauchen die Normalität der Vielfalt. Leider sperren sich dagegen sowohl Männer als auch Frauen.

Statt dessen haben wir einen Boom an Körper und Psyche verändernden Eingriffen an Jugendlichen die von schlappen Eltern unterstützt werden, die sich um ihre Verantwortung drücken ihre Kinder durch schwere Zeiten zu begleiten und ihnen auch sinnvoll Grenzen zu ziehen. Und die erzkonservativen Politiker, die sich jahrzehntelang abstrampeln, um Frauen jedes Recht am eigenen Körper abzusprechen, wie z.B. der grauenvolle Männerrechteverteidiger Seehofer mit seinem reinen Männerministerium, klatschen Beifall und erlauben 14-jährigen Jungs sich für den Rest ihres Lebens zum Teil irreparabel „umdesignen“ zu lassen.

Irrsinn Selbstdefinition

Wer auch immer auf die Schnapsidee gekommen ist, dass man das Geschlecht selbst definieren kann, sollte fünf Jahre lang mit Donald Trump zusammen in einen Hasenstall gesperrt werden und sich dessen Elaborate zu seinen alternativen Fakten anhören müssen. Das Schreckliche ist, dass die immerwährende Wiederholung dieses Unsinns tatsächlich dazu geführt hat, dass Menschen das für eine schicke Idee halten. Und nach den Wünschen politischer Mitläufer soll das Geschlecht nun jährlich einmal gewechselt werden können.

Zum einen frage ich mich dann, wo das enden soll. Ich kann dann auch einklagen, dass ich meine Hautfarbe, meine Staatszugehörigkeit, meine Gattung, Körpergröße, … definieren kann. In meinem Pass steht dann: männlicher Nacktmull, 3 Meter hoch, Staatsangehörigkeit: Beteigeuzien. Und wenn man mir das absprechen will, muss ich mich umgehend mit Hilfe eines von mir noch zu findenden selbstdefinierten Wantangbeutelfrettchens entleiben lassen. Vorausgesetzt das ist größer als 3 Meter, sonst wird’s schwierig.
Zum anderen treibt diese Entwicklung schon die absurdesten Blüten. Männer, die sich im Frauensport Platz 1 erschleichen. Männer, die sich in Frauenumkleideräume und Frauengefängnisse hinein deklarieren. Männer, die darauf bestehen von Frauenärzten auf frauenspezifische Erkrankungen untersucht zu werden oder, die ein Waking von Dienstleisterinnen erzwingen möchten, die dies nur bei Frauen durchführen.

Wenn es nach den Gesetzesvorlagen der Altmackerriege im Verbund mit den neuen Geschlechtstyrannen geht, muss ich behaupten, der nackte Mann, mit Penis, der vor mir steht und sich selbst als Frau definiert, ist eine Frau. Ich muss unter Strafandrohung staatlich verordnet lügen.

Es werden alternative Fakten geschaffen, und das einzig verlässliche, worauf ich mich in der Demokratie immer als Grundrecht berufen konnte, – die Wahrheit zu sagen –, zählt nicht mehr sondern kann mich im schlimmsten Fall prozessbedingt Haus und Hof kosten.

Noch einmal, wir reden hier von Selbstdefinition. Wir sprechen nicht über Möglichkeiten.

Was kann ich als definierter männlicher Nacktmull anderes?

Die Antwort ist ganz einfach: NICHTS!

Durch eine Neudeklaration meines Selbst kann ich weder schneller laufen noch schneller denken. Ich werde nicht schöner, klüger, höher. Nichts ändert sich außer meinem Anspruch an die von außen auf mich Blickenden. Ich wechsele die Box und plötzlich soll alles anders sein. Die Box ist in vielerlei Hinsicht hilfreich. Alle, die männliche Herrschaft erhalten wollen ziehen dieses Modell vor, weil damit das klassische Rollenmodell Mann nicht verändert wird. „Ach diese armen Verwirrten, das waren zum Glück nur falsch konfigurierte, die wir aussortieren konnten. Nicht auszudenken, wenn das Männer gewesen wären.“ Aus dem gleichen Grund ist es auch in islamistischen Staaten gestattet das Geschlecht zu transformieren, während auf Homosexualität die Todesstrafe steht. Hauptsache die Rollenbox wird nicht beschädigt. Die Altmackerriege kämpfen um die Unbeflecktheit ihres Rollenbildes.

Die armen leidenden Kinder

Das ist richtig. Es gibt in dieser Welt und vor allem auch beim Erwachsenwerden viel Leid. Und die Gnadenlosigkeit mit der die Herren jeglichen Alters ihre Artgenossen abstrafen, wenn diese das Rollenmodell verlassen ist grauenvoll. Es ist also kein Wunder, wenn Jungs zuerst einmal die Nähe von Frauen und deren Unterstützung suchen. Aber zum einen sind es nicht nur die zarten, Hilfe suchenden Jungs die sich in Frauenräume einfordern wollen, zum anderen kann sich nicht permanent jede Lösung nur am Wohlbefinden der Männer ausrichten. Leid hat auch immer sehr unterschiedliche Wurzeln. Eine davon liegt auch darin Versprechungen zu machen, die nicht erfüllt werden können. Oder darin, Anspruchsdenken völlig haltlos sprießen zu lassen. Wenn Mami und Papi nicht den Arsch in der Hose haben ihrem 14-jährigen Junge zu erklären, dass er keine Brust Körbchengröße D bekommt und ab morgen auch nicht Kunigunde heißt, dann ist das ein Totalversagen. Stattdessen sollte Papi lieber einmal im unspektakulären Rock einkaufen gehen, um ein praktikables Rollenmodell zu liefern und die Erwartungshaltung des Sprösslings auf ein gesellschaftlich verträgliches Maß zurück zu schrauben. Die falschen Versprechen von der männlichen Vorherrschaft und Überlegenheit hat schon den einen oder anderen, der von der Realität schmerzhaft in seinem Narzissmus getroffen wurde, dazu verleidet ein vollbesetztes Flugzeug in einen Berg zu rammen oder mit einem vollautomatischen Gewehr seine MitschülerInnen auszurotten.

Wir haben ein Recht darauf uns frei zu entfalten, unsere Möglichkeiten auszuschöpfen und nicht durch unser Geschlecht und alte Geschlechterrollen ausgebremst zu werden. Dafür setzt sich die Frauenbewegung schon seit hunderten Jahren ein. Und dieser Kampf hilft sowohl Frauen als auch Männern aus der Stereotypenfalle. Die neue Transbewegung distanziert sich davon vollkommen. Sie bestehen auf eine Aufsplitterung in unzählige Boxen und zelebrieren ihre Anspruchshaltung mit einer Überhöhung ihres Leids und den dazu passenden Selbstmorddrohungen. Die Anzahl von Selbstmorddrohungen ist aber nicht immer ein Indiz drohender Ungerechtigkeiten. Manchmal sind Selbstmorde tatsächlich nur ein durch Hysterie ausgelöster Trend wie bei Goethes „Leiden des jungen Werther“. Und erstaunlicher Weise sind unzählige Menschen bereit, diesem Hype unsere gesamten biologischen Erkenntnisse zu opfern.

Wir führen die Nennung biologischer Tatsachen als Strafbestand ein

Die Mainstream-Transbewegung hat sich im Prinzip zu einer „identitären“ Sturmtruppe entwickelt, in der ein Sprachverbot herrscht und in der jeglicher abweichende Gedankengang mit Sanktionierung und Ausschluss bedroht wird. Der soziale Druck, der innerhalb dieser Blase herrscht ist so enorm, dass sich nicht mehr abgrenzen lässt, welche „Bedürfnisse“ nach Transformation alleine aus dem Gruppenzwang entstehen. Wenn J. K. Rowling anmerkt, dass es zwei biologische Geschlechter gibt, wird in einem entsetzten Aufschrei zu Bücherverbrennungen aufgerufen und eine Mutter beweint, mit vor Empörung zitternder Tastatur, die Grausamkeit, die Ihrem Kind mit einer derart üblen Aussage angetan wird. Was mein Erstaunen darüber aufkeimen lässt, dass es noch immer keinen Elternführerschein gibt.

Höchste Zeit in die Realität zurück zu kommen

Wir müssen Männern und Frauen die Freiheit ermöglichen sich in allen Ausdrucksformen zu entwickeln und nicht Männer und Frauen umzubenennen, um die Biologie an die geschlechterspezifischen Ausdrucksformen anzupassen. Männer gebären keine Kinder und es ist auch kein erstrebenswertes Ziel, Männern eine nutzlose Gebärmutter einzupflanzen oder primäre Geschlechtsmerkmale zu massakrieren. Papi und Mami müssen soviel Rückgrat haben, um ihrem Söhnchen zur erklären, dass er keine Vagina hat, weil er kein Mädchen ist und, dass er auch kein Schaf mit einem Schluck verzehren kann, weil er kein Krokodil ist. Man kann einfach nicht alles haben, was einem so in den Kopf kommt. So einfach ist das. Das heißt aber nicht, dass der Junge nicht Jungs und bunte Kleider lieben oder sich Jenni nennen kann. Der Junge, der ein Junge bleibt und dabei die Geschlechterstereotypen durchbrechen will, muss aber tatsächlich, wie die Frauen vor hundert Jahren auch, aushalten, dass er erst einmal nicht einer von Allen ist sondern neue Räume erobern muss.

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